Bürgerbeteiligung – Radwegekonzept des Landkreises

Am 2. Okt. 2020 durften sich – coronabedingt, wie es hieß – einige wenige Bürger aus dem Westbereich des Landkreises zu den Plänen des Radverkehrskonzeptes des Landkreises Gießen im Bürgerhaus Rodheim informieren und Anmerkungen zu den Vorschlägen des Ingenieurbüros HS aus Linden machen.

Landrätin Schneider beschrieb das Radverkehrskonzept als Grundlage für Planungen – mit Blick auf den ganzen Kreis.
Es gehe darum Verbindungen zu schaffen, Lücken zu schließen und eine Grundlage für die Beschaffung von Fördergeldern zu haben.
Immer wieder sei es in der konkreten Praxis eine Schwierigkeit, dass Eigentümer und Bauträger von Straßen sowohl Bund, Land, Kreis und Gemeinden sind.
Ein Teilnehmer berichtete, dass auf dem Weg von Heuchelheim nach Gießen auf einem Teilstück von 500 m drei Eigentümer – und damit drei verschiedene Behörden – unter einen Hut gebracht werden müssten, so dass für einen kleinen Fortschritt Jahre in Land gingen.
Entsprechend dämpfte Frau Schneider Erwartungen „Jetzt geht´s los“ – „Es wird so nicht sein!“

Auch die Priorisierung von Routen nach A, B und C seinen lediglich fachliche Einschätzungen – die Kommunen werden dann ihre eigenen Prioritäten setzen.

Ziel sei es – zumindest von der Idee her – eine Verknüpfung von Radverkehr mit dem ÖPNV zu schaffen – inklusive sicherer Parkmöglichkeiten für die immer teurer werdenden Bikes.

Immerhin würden aktuell mit dem Auto im Landkreis im Schnitt 41 km/Tag zurückgelegt.
Ökologisch sei es natürlich wünschenswert mehr Alltagsverkehr zur Arbeit, Schule, Einkauf usw. auf Radwege zu bringen.
Dabei bezieht sich das jetzt vorgestellte Radverkehrskonzept nur auf Wege, die außerorts liegen und Orte bzw. Ortsteile verbinden, betonte Herr Ackermann vom HS Ingenieurbüro aus Linden.
Er präsentierte die nachfolgende Powerpoint-Präsentation, deren Grundlage und Ziel 1.) Alltags- und Berufsverkehr, 2.) Vernetzung, Beschilderung, Verbindungen in die Nachbarkreise und deren Integration zu Fahrradwegen.

Das führte zur Zusammenstellung vorhandener Routen und Fahrradabstellanlagen sowie zur Kartierung von Verbindungen von Ortsteilen zum Kernort einer Gemeinde, so dass ein Wunschliniennetz entstand, das mit den tatsächlichen Wegen ins Verhältnis gesetzt werden konnte. Aufgrund dieser Informationen ist zu sehen, wo war notwendig wäre und es könnten nun konkrete Maßnahmen geplant werden.
Insgesamt wurden 1090 km neue Radwege für erforderlich gefunden; Kosten ca. 140.000.000 Euro;
in Biebertal sind es 16 Maßnahmen mit 30 km neuen Radwegen – die innerörtliche Ertüchtigung von Radwegen nicht eingerechnet.

Fördermöglichkeiten von bis zu 75 % gäbe es derzeit über Hessen Mobil, zum Teil übernehme der Bund als Bauherr sogar 100 % der Baumaßnahmen an bundeseigenen Straßen.

Nach der Präsentation konnten Bürger ihre Ideen, Erfahrungen und Wünsche in die Karten von Biebertal, Heuchelheim und Wettenberg eintragen und mit den Ingenieuren der Projektgruppe besprechen.
Bürgerbeteiligung kann man das nennen. In der Praxis steht zu befürchten, dass das während der Veranstaltung auch anwesende Kind längst erwachsen sein wird, bevor Teile dieser Pläne Realität geworden sind. Denn Beschluss, Planung, Abstimmung mit diversen Behörden, der Ankauf von Gelände, Ausschreibung, Bau usw. brauchen halt ihre Zeit.

Die Gemeindevertretung hat für Biebertal (ohne öffentliche Bürgerbeteiligung) folgende Projekte und Prioritäten gelistet: Strecke Plan Meter Euro ca. Priorität

Fellingshausen-Rodheim-Bieber – Wirtschaftsweg – 960 m – 84.000,- € – 1
Fellingshausen-Dünsberg – Sanierung – 2.900 m – 565.000,- € – 1
Fellingshausen-Rodheim – Wirtschaftsweg – 960 m – 407.000,- € – 5
alternativ – Ertüchtigung – 960 m – 84.000,- € – 1

Frankenbach-Hohenahr-Erda – Wirtschaftsweg – 540 m – 55.000,- € – 3
Frankenbach-Rodheim-Bieber – Wirtschaftsweg – 2.650 m – 88.000,- € – 3

Königsberg-WZ-Blasbach – Wirtschaftsweg – 1.600 m – 140.000,- € – 4
alternativ – Wirtschaftsweg – 1.600 m – 580.000,- € – 6
Königsberg-Lahnau – Wirtschaftsweg – 1.250 m – 453.000,- € – 4
alternativ – Wirtschaftsweg – 1.250 m – 37.500,- € – 2
Königsberg-Rodheim-Bieber – Wirtschaftsweg – 1470 m – 42.000,- € – 5
alternativ – Wirtschaftsweg – 1.900 m – 64.000,- € – 5
alternativ neben L 3474 – 3.450 m – 1,231.000,-€ – 6

Krumbach-Fellingshausen neben L3061 – 1.450 m – 530.000,- € – 2
alternativ neben L 3061 – 1.100 m – 403.000,- € – 2
alternativ – Wirtschaftsweg – 1.000 m – 362.000,- € – 2
Krumbach-Frankenbach – Wirtschaftsweg – 700 m – 255.000,-€ – 3
alternativ neben K 393 – 365 m – 117.000,- € – 3
alternativ – Wirtschaftsweg – 330 m – 120.000,- € – 3
alternativ neben L 3061 – 1.450 m – 530.000,- € – 2
Krumbach-Lohra-Kirchvers neben L3061 – 600 m – 190.000,- € – 4
alternativ – Wirtschatsweg neben L3061 – 840 m – 305.000,- € – 4

Rodheim-Bieber – Wirtschaftsweg – 700 m – 52.500,- € – 2
Rodheim-Bieber neben L 3286 – 765 m – 160.000,- € – 1
Rodheim-Bieber – Beschilderung – 765 m – 1.750,- € – 1
Rodheim-Bieber neben L 3286 – 315 m – 171.000,-€ – 1
alternativ neben L 3286 – 410 m – 160.000,- € – 1
Rodheim-Bieber – Wirtschaftsweg – 700 m – 214.000,- € – 5
alternativ – Wirtschaftsweg – 700 m – 52.500,- € – 2
Rodheim-Lahnau-Wetzlar neben L 3286 – 1.500 m 701.000,- € – 6

Vetzberg-Rodheim – Wirtschaftsweg – 950 m – 88.000,- € – 6
alternativ – Wirtschaftsweg – 950 m – 403.000,- € – 6
alternativ – Wirtschaftsweg – 950 m – 87.000,- € – 6
alternativ – Wirtschaftsweg – 210 m – 68.000,- € – 6

Priorität Schätzkosten Planungksoten
1 – 396.042,63 € – 79.208,53 €
2 – 983.585,25 € – 196.717,05 €
3 – 396.766,00 € – 79.353,20 €
4 – 445.754,50 € – 89.150,90 €
5 – 105.070,00 € – 21.014,00 €*
6 – 1.318.624,00 € – 263.724,80 €












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