Tod und Trauer, ein schwieriges Thema?

Rund gestalteter Friedhof in Bieber (Foto Ev. Renell)

Schon als 15jährige habe ich mit meiner Stiefmutter Friedhofsrundgänge gemacht (dabei gingen öfter ein paar Ableger für den Garten mit zurück). Auch meine Tochter mochte diese Rundgänge als Kind. Im Urlaub haben wir oft fremde Friedhöfe erkundet: Wie sind sie angelegt und gepflegt, wie heißen die Menschen auf den Grabsteinen, wie alt sind sie geworden, gibt es besondere Inschriften?*) Das war in manchen Gegenden recht eindrucksvoll, z.B. auf dem Bergsteiger-Friedhof im Nationalpark Gesäuse in der Steiermark.*1) Manches davon mag uns nicht pietätvoll erscheinen, sagte aber viel über das Leben des lieben Verblichenen aus.

Mein Vater hatte immer einen Spruch parat, auch einen Grabspruch:
„Hier ruht der Postdirektor Schulze
gestorben an einem Stück Schweinesulze.
Hätt´ er sich nicht dran überfressen,
so lebte er noch unterdessen
und wär´ noch Postdirektor Schulze –
Oh du verdammte Schweinesulze!“

Foto
Aufigschtieg’n, obagfall’n, hin gwös’n (auch eine Inschrift)

Bestattungsvorsorge

Abgesehen von etlichen Todesfällen in der Familie kommt es daher nicht von ungefähr, dass ich mich mit dem Thema Sterben, Beisetzungen, Trauer und Friedhöfe befasse. Seltsamerweise hatte ich noch nie von der Bestattungsvorsorge gehört, die es seit über 30 Jahren gibt. Auf die darin angesparten Gelder hat – anders als bei Sterbeversicherungen – kein anderer Zugriff. *2) Gerd und Beate Galinski erzählten mir kürzlich davon, und in Folge schrieb ich Bestattungsunternehmen an – und führte zwei Gespräche bei Häuser in der Frankfurter Straße 27 in Gießen und im Trauerzentrum Mittelhessen in der Robert-Bosch-Straße 10 in Gießen-West. Das Bestattungsunternehmen von Eva Tränkner antwortete auf meine Mail.

Eva Tränkner
Eva Tränkner (Foto Homepage Tränkner)

Die Trauernden führen Regie

Sie machen ihren Job mit Leidenschaft und Herzblut. Ist das möglich in einem Beruf, in dem es um Sterben, Tod und Tauer geht?“ »Auf jeden Fall«, sagen die Bestatterin Eva Tränkner und ihre Mitarbeiter. Sie schätzen die Vielseitigkeit und den Kontakt zu ganz unterschiedlichen Menschen. Die Begleitung Hinterbliebener erfordert jeden Tag aufs Neue Sachkenntnis und Fingerspitzengefühl.“ weiterlesen – Download PDF Quelle: Gießener Allgemeine 1.9.22

Sehr geehrte Frau Renell,

Sie fragen in Ihrer Mail nach der Möglichkeit, die späteren Bestattungskosten schon im Voraus zu bezahlen.

Ja, diese Möglichkeit gibt es. Wir machen es in der Regel so, dass wir die Wünsche der dereinstigen Bestattung erfragen und die Kosten und Gebühren nach derzeitigem Stand ermitteln. Diese Summe oder auch etwas mehr kann dann über uns in die Bestattungsvorsorge Treuhand eingezahlt werden. Wir erhalten jährlich für jeden Vorsorge-Kunden einen Kontoauszug und schauen individuell nach, ob die eingezahlte Summe noch die zu diesem Zeitpunkt ermittelten Kosten und Gebühren deckt. Gegebenenfalls kann jeder Zeit ein Betrag zur Bestattungsvorsorge Treuhand hinzugezahlt werden.

Wir arbeiten mit der Deutschen Bestattungsvorsorge Treuhand über unseren Bestatter-Fachverband zusammen. Die Vorsorgebeträge werden treuhänderisch verwaltet, Zinsen werden leider keine mehr gewährt. Es muss pro Vertrag eine einmalige Abschluss- und Verwaltungsgebühr in Höhe von 50,00 EUR gezahlt werden

Im Folgenden der Link zur Homepage des Bestatterverbandes:

*2)www.bestatter.de/bestattungsvorsorge/bestattungsvorsorgetreuhandvertrag

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Auskünften geholfen zu haben. Gerne können Sie uns auch anrufen.
Eva Tränkner

Es gibt auf der Homepage von Frau Tränkner auch die Möglichkeit, ein virtuelles Gedenkportal einzurichten: https://www.traenkner-bestattungen.de/gedenkportal.php Daher stammen auch die drei unten verwendeten Fotos.

So ähnlich lauteten auch die Angaben, die wir von Frau Kadelka (Bestattungsunternehmen Häuser – nächster Beitrag) erhielten. Man bespricht mit dem Bestattungsunternehmen, wie man sich die eigene Beisetzung vorstellt. Alle Angaben dazu – Trauerfeier – mit oder ohne Trauerkaffee – Leichenhemd – Sargauswahl – Erd-, Feuer- oder sonstige Bestattung usw. werden aufgeschrieben und die heute gültigen Gebühren zu Grunde gelegt. Auf diese Summe wird ein Aufschlag von ca. 15-20% gerechnet, um die Kosten auch in späteren Jahren abzudecken. Das Geld wird auf ein Treuhandkonto eingezahlt. Nach Auskunft von Herrn Stromberg vom  Trauerzentrum Mittelhessen hat der/die Abschließende dauerhaft Zugriff auf das Konto. Er/sie kann von dem Konto sogar Geld entnehmen, entsprechend würden die Leistungen vermindert.
Während das Bestattungsunternehmen die eigenen Leistungen einigermaßen kalkulieren kann, hat es keinen Einfluss auf Gebühren für Sterbe- und sonstige Urkunden oder Friedhofsgebühren. Auch dazu dienen die Mehreinzahlungen. Sollten nach der Bestattung nicht alle Gelder verbraucht sein – auch das kommt vor – so werden sie später an die Erbberechtigten ausgezahlt.

Dieser Beitrag wird fortgesetzt. Dabei werden Fotos von den Webseiten der jeweils genannten Bestattungsinstitute bzw. selbst aufgenommene verwendet.

*1)https://de.wikipedia.org/wiki/Bergsteigerfriedhof_Johnsbach


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